Der Fehlentscheid zum Halbklassenbetrieb in der Volksschule muss korrigiert werden. Die Betreuung ist für alle Kinder sicherzustellen.

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Aktuell Uster, Gemeinderat, Medienmitteilung, Peter Mueller

Medienmitteilung – Das von der Bildungsdirektion definierte Konzept zur Wiedereröffnung der Volksschule am 11. Mai in Halbklassen ist nicht durchdacht und kaum praktikabel. Es erhöht den Aufwand für Lehrer, Schüler und insbesondere arbeitstätige Eltern unnötig und bietet dennoch keinen erkennbaren Nutzen. Durch die fehlende Regelung zur Betreuung der Kinder entsteht zudem eine große Unsicherheit und der wirtschaftliche Schaden der Pandemie wird verschlimmert.

Die FDP.Die Liberalen Uster und die Gemeinderatsfraktion FDP/CVP schliessen sich überparteilichen Fraktionserklärung des Kantonsrates an und fordern die Bildungsdirektion des Kantons Zürich auf, den gemachten Fehlentscheid zur Eröffnung der Volksschule im Halbklassenbetrieb zu revidieren. Auf kommunaler Stufe sind die Behörden gefordert, die negativen Effekte dieses Entscheides soweit möglich zu minimieren.

Die Umsetzung des Halbtageskonzeptes mit zwei Präsenztagen, wie es z.B. in der Primarschule Uster angedacht ist, verunmöglicht die Erwerbsarbeit an mindestens drei Tagen und reduziert das mögliche Arbeitspensum für eine Familie um bis zu 60%. Das ist eine unnötige Verschlimmerung der wirtschaftlichen Krise und eine immense Belastung für arbeitstätige Eltern. Es liegt nun an den Gemeinden und Schulgemeinden sicherzustellen, dass die Betreuung der Kinder während Blockzeiten auch ausserhalb des Klassenunterrichts sichergestellt wird.

Neben den Familien ist dieses Konzept auch insbesondere für die Lehrpersonen und die Schulverwaltung ein riesiger Zusatzaufwand und eine nicht zweckdienliche Mehrbelastung. Sie haben seit Beginn des Lock-downs bereits sehr viel geleistet und müssen nun unverhältnismässig viel Zusatzaufwand für die nächsten vier Wochen erbringen.

Die beiden von der Bildungsdirektion aufgeführten Argumente zum Ramp-up im Halbklassenbetrieb können nicht überzeugen (Arbeitnehmerschutz, Unterstützungsbedarf zurückgefallene Schüler). Die Infektionsgefahr für Lehrpersonen kann durch ein Klassensplitting nicht signifikant gesenkt werden und die Infektion von Kind zu Kind ist aus heutiger Sicht kein relevanter Faktor in der Ausbreitung des Coronavirus. Schüler, welche währen den Lock-down Wochen zurückgefallen sind müssen unterstützt werden. Das Instrumentarium dafür ist in den Schulen bereits etabliert. Vier Wochen Halbklassenunterricht bringen dazu nichts.

Um die Effekte des Fehlentscheides abzufedern und insbesondere arbeitstätige Eltern nicht unnötig zu schikanieren fordern wir:

  • Die Betreuung der Schüler ist während den Regelzeiten für alle Familien zu gewährleisten, die diese in Anspruch nehmen wollen. Dafür werden den Eltern keine zusätzlichen Kosten verrechnet.
  • Der Stadtrat engagiert sich dafür, dass die durch diese unnötigen Massnahmen ausgelösten Kosten durch den Kanton getragen werden.

Medienmitteilung der Ortspartei Uster und der Gemeinderatsfraktion; Uster, 5. Mai 2020

Kontakt
Jürg Krauer, Präsident Gemeinderatsfraktion, 079 709 43 74, juerg.krauer@fdp-uster.ch
Joe Spring, Präsident FDP.Die Liberalen Uster, 079 221 30 00, joe.spring@fdp-uster.ch
Peter Müller, Gemeinderat, 079 222 58 92, peter.mueller@fdp-uster.ch