FDP begrüsst Engagement des Stadtrates zur Lösung der Barrierenproblematik

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Die FDP.Die Liberalen begrüsst, dass der Stadtrat das dringliche Thema Bahnquerungen an die Hand genommen hat und mit dem Ergänzungsbericht zum STEK einen Lösungsvorschlag präsentiert, über welchen nun diskutiert werden kann. Eine «Null-Lösung», also eine Bewahrung des Status-Quo, kann sich Uster schon lange nicht mehr leisten – zu lange und zu oft wird der Verkehr aufgehalten, zu stark wird die zweigeteilte Stadt in ihrer Entwicklung behindert.

Aufgrund der heutigen Verkehrssituation und auch im Hinblick auf den Ausbau der S-Bahn sind mehrheitsfähige Lösungen, welche alle Verkehrsteilnehmer als gleichberechtigte Akteure berücksichtigt, dringend notwendig.

Der Ergänzungsbericht und die vorgeschlagenen Lösungen decken sich mehrheitlich mit den Erkenntnissen der Konzeptstudie der SBB vom März 2020 zu den Barriereschliesszeiten, legt den Fokus aber noch detaillierter auf die Interessen der Stadt Uster und die Erkenntnisse aus dem Stadtentwicklungskonzept.

Es ist dabei offensichtlich, dass die politische Ausrichtung der involvierten und verantwortlichen Stadträte und seiner Experten sich in diesem Ergänzungsbericht kompromisslos widerspiegeln. Ob der Stadtrat mit diesen vorgeschlagenen Lösungen in der Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich auf Resonanz stossen wird, wird sich im Verlauf der kommenden Diskussion zeigen.

Neue Ausgangslage nach Aus von «Uster-West»

Mit dem Aus für die «Bahnüberführung Uster-West» hat sich die Ausgangslage für die Lösungssuche der Barrierenproblematik in Uster natürlich einschneidend verändert. Die Stadt Uster muss daher für Lösungen offen sein, welche zwar nicht das Optimum darstellen, aber dafür einen positiven und machbaren Beitrag zur Lösung der Verkehrsproblematik in Uster beitragen. Entscheidend ist dabei, dass die negativen Auswirkungen dieser vorgeschlagenen Lösungen durch sinnvolle flankierende Massnahmen minimiert werden.

Die im Ergänzungsbericht als «zwingend» definierten Bahnquerungen Winterthurerstrasse und auch Zürichstrasse entschärfen zweifellos die Problematik der geschlossenen Barrieren sowohl für den motorisierten Individualverkehr (MIV) als auch für den ÖV und den Langsamverkehr. Gleichzeitig können die Ortsteile Werrikon und Nänikon enger an Uster gebunden werden, was für unser gemeinsames Stadtgefühl mit Sicherheit zu begrüssen ist. Die Bahnunterführung Aathalstrasse wird für den Ortsteil Oberuster eine verbindende und positive Wirkung haben. Der Zusammenschluss der Oberlandautobahn würde hier allfälligen Mehrverkehr verhindern. Der Stadtrat ist deshalb aufgefordert, sich weiterhin aktiv für diesen Zusammenschluss einzusetzen.

Sinnvolle flankierende Massnahmen für Berchtoldstrasse notwendig

Mit der geplanten Unterführung Winterthurerstrasse wird der MIV direkt ins Zentrum geführt und durchschneidet die wichtige Entwicklungsachse Gerichtsplatzareal – Zeughausareal. Für die FDP.Die Liberalen ist daher insbesondere die geplanten flankierenden Massnahmen im Bereich der Berchtoldstrasse entscheidend für die Attraktivität von Uster und insbesondere natürlich für die Erreichbarkeit des geplanten Kulturzeughauses. Dies allerdings unter Berücksichtigung des STEK-Leitsatzes: Uster verfügt über ein funktionales Hauptstrassennetz. Auf den Hauptachsen mit überregionaler Funktion sollen die Kapazitäten nicht begrenzt werden. Massnahmen wie «Shared Spaces» oder auch Tempo 30 Zonen stehen wir daher kritisch gegenüber. Diese widersprechen auch den kantonalen Anforderungen an Kantonsstrassen.

Die diversen geplanten Unterführungen für den Langsamverkehr erhöhen zweifellos die Durchlässigkeit des Verkehrssystems für den Langsamverkehr, schaffen eine bessere Verbindung von Nord und Süd und verbessern dadurch die Erreichbarkeit des Zentrums.

Stellenwert MIV wird mit diesem Bericht gezielt geschwächt

Es ist aber auch offensichtlich, dass der vorliegende Ergänzungsbericht dazu verwendet wurde, den Stellenwert des Langsamverkehrs deutlich zu erhöhen und denjenigen des MIV gezielt zu schwächen. Durch die geschickte Wahl von Bahnunterführungen für den Langsamverkehr und der damit verbundenen teilweisen Sperrung dieser Strassenabschnitte für den MIV werden sich die Verkehrsflüsse in Uster massiv verändern. Da die Grundzüge dieses neuen Verkehrsregimes aktuell noch zu wenig klar sind, können die positiven und negativen Auswirkungen heute noch nicht abschliessend beurteilt werden. Allenfalls ist auch eine zusätzliche MIV-Unterführung im Abschnitt Bahnhof bis Aathalstrasse zu prüfen, damit dort der MIV-Verkehr sinnvoll gelenkt werden kann.

Herausforderung Finanzierung und Akzeptanz in der Bevölkerung

Die FDP.Die Liberalen sieht die Herausforderungen bei der Umsetzung der Lösungsvorschläge zum einen in der Finanzierung und zum anderen in der Akzeptanz in der Bevölkerung und der Wirtschaft. Die Stadt Uster kann und muss die vorgeschlagenen Lösungen nicht im Alleingang finanzieren. Dies bedingt aber die intensive Zusammenarbeit mit der Planungsregion RZO, dem Kanton, dem Bund und auch den Akteuren des öffentlichen Verkehrs (SBB, ZVV, VZO). Dabei müssen die individuellen Interessen der beteiligten Parteien und insbesondere auch die Planungshoheit in den einzelnen Abschnitten berücksichtigt werden.

Die Massnahmen haben unterschiedliche und teils gegensätzliche Auswirkungen auf die einzelnen Stadtquartiere in Uster. Die Krux in der Umsetzung der vorgeschlagenen Lösungen liegt daher bei den flankierenden Massnahmen. Der Stadtrat ist daher angehalten, die Detaillierung dieser Massnahmen im Dialog mit der Wirtschaft und den betroffenen Quartieren durchzuführen. Dies ist für die Akzeptanz der künftigen Lösungen unabdingbar. Die Rolle des Stadtrates wird dabei sein, den Blick fürs grosse Ganze zu behalten!