Famos auf Märt-Tour

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Cla Famos

Die Tour über den Uster Märt mit Cla Famos (FDP) beginnt am Bahnhof. Der Stadtpräsidiumskandidat wirkt ruhig, ist leicht erkältet, aber voller Vorfreude. Seine Begleitung sind zwei Frauen. Seine Ehefrau, Rita Famos, und FDP-Parteikollegin Sabine Balmer, die im Frühling fürs  Präsidium der Sekundarschulpflege kandidiert.

Famos steuert gleich am Anfang sein ganz persönliches Highlight am Uster Märt an: Die Öpfelchüechli am Cevi- Stand. Die Vanillesauce, welche die Küchlein abrundet, sei besonders wichtig, sagt Famos. Während dem Anstehen und dem Essen kommen immer wieder Bekannte aus der Cevi oder der ehemaligen Nachbarschaft vorbei, um einen Schwatz mit Famos zu halten. «Das ist das Schöne am Uster Märt», sagt er. «Hier trifft man immer wieder Leute, die man lange nicht mehr gesehen hat.»

Mit Famos geht es weiter zum nächsten Gang. Das Ziel: Die Fleischspiesse des «Ochsenstands». Dort hat sich bereits eine lange Schlange gebildet, die den armen Asia-Foodstand daneben komplett verdeckt. Famos nutzt hier zum ersten Mal die Vorteile aus, die so ein Stadtratssitz mit sich bringt: «Ich habe vorher noch mit dem Standbetreiber gesprochen. Ich gebe ihm ein Zeichen, und er gibt uns den Spiess direkt raus», sagt er und lächel stolz. Das mache er aber nur, weil der ZO/AvU heute dabei sei. Er zupft ein Stück Fleisch vom Spiess und schwärmt: «Mmh. Diese Würzung.» Sabine Balmer verabschiedet sich an diesem Punkt und geht ihren Mann suchen.

Mit Cla Famos über den Märt zu laufen, braucht Geduld. Alle paar Minuten ruft ihm jemand «Hoi Cla» zu, oder er begrüsst jemanden, wechselt ein Paar Worte und verweist dann auf sein nächstes kulinarisches Ziel.

Nachdem Famos Dessert und Fleisch genossen hat, geht’s weiter zur Vorspeise. Flammkuchen von der evangelischen Kirche sind angesagt. «Ich weiss, diese Reihenfolge ist nicht ganz richtig, aber am Uster Märt ist das für einmal erlaubt.» Das ist die kleine «Folié», die sich Usters Finanzvorstand erlaubt. Den anderen Verlockungen am Uster Märt verfällt er weniger. Die Bahnen seien nicht sein Ding. Auch beim Glühwein ist der ehemalige Pfarrer zurückhaltend. Die Flammkuchen hingegen munden ihm. Er kennt alle Standbetreiber und witzelt mit ihnen über die Maisbrötchen, die hier bis letztes Jahr immer angeboten wurden. Diese Brötchen habe scheinbar niemand wirklich gemocht, man sei sie aber trotzdem immer irgendwie losgeworden, ist man sich einig.

«Es ist schon kein leichtes Erbe, das der nächste Stadtpräsident von Werner Egli übernimmt », sagt Famos. Egli gilt als sehr volksnah und zeigt sich gern und häufig an jedweden Anlässen. «Ich bin auch volksnah», sagt Famos. «Nur kenne ich zum Teil andere Leute als Werner Egli.»

Cla Famos ist mittlerweile beim Stand der Samariter angekommen. Dort bestellt er Anisguetsli und holt sich endlich den ersten und einzigen Glühwein dieses Abends. «Ich war heute Morgen schon mal hier und habe mir Guetsli geholt», sagt der FDPler und lächelt verschmitzt. «Doch
die habe ich schon aufgegessen. Die sind so gut.» Bei Guetsli und Glühwein kommt das Gespräch schliesslich auf Politik, während Famos die vorbeiziehenden Menschen beobachtet. Ab und zu grüsst Famos jemanden. Er würde als Stadtpräsident die Kultur gerne mehr fördern. «Ich bin sehr an Kultur interessiert, und spiele ja beispielsweise selber Geige und Bratsche.»

Die Zentrumsentwicklung von Uster sei momentan sowohl für die Kultur als auch für das Gewerbe ein wichtiges Thema, so Famos. Und als Famos gerade die Wichtigkeit der Bildung betont, läuft eine Gruppe männlicher junger Erwachsener vorbei, die sich mit ihren Gummiknüppeln
rhythmisch auf die Köpfe hauen.

Es schneit mittlerweile ziemlich heftig. Famos möchte nun noch einen kleinen Schlenker mit seiner Frau drehen, «Uster on Ice» besuchen und dann zurück nach Hause laufen. Als wir uns verabschieden, trifft er schon wieder jemanden, der ihn in ein Gespräch über die Nachbarschaft verwickelt.

Auszug aus dem am 2. Dezember 2017 im AvU erschienenen Artikel von Malte Aeberli und Deborah von Wartburg