Wie die Primarschulpflege die Freizeitkurse gestrichen hat und nun mit dem Finger auf den Gemeinderat zeigt

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Daniel Pellegrini

Kurz vor Weihnachten flatterten die Weihnachtswünsche der Primarschule Uster mit beiliegendem Schreiben herein:

In diesem Brief wünschen die Schulpräsidentin Patricia Bernet und die Leiterin Schulverwaltung Susanne Ita-Graf frohe Festtage, Gesundheit und Wohlergehen im 2018 und im gleichen Atemzug beschuldigen sie den gesamten Gemeinderat, dass dieser die beliebten Freizeitkurse an der letzten Gemeinderatssitzung beerdigt hat. Bevor wir nun mit dem ach so bösen Gemeinderat mit den „alternativen Fakten“ der Primarschule hart ins Gericht gehen, sollten wir die Fakten zuerst mal richtig stellen:

Im Bericht über das Globalbudget 2018 steht folgendes geschrieben:

„Auf Grund von Sparmassnahmen verzichtet die Schulpflege jedoch ab dem zweiten Semester 2017/18 gänzlich auf das Anbieten von Freizeitkursen.“

und weiter als Kommentar zur Streichung der Freizeitkurse steht geschrieben:

„Beschluss Primarschulpflege vom 08. Juni 2017: Ab März 2018 (ab 2. Semester SJ 2017/18) werden auf Grund von Sparmassnahmen keine Freizeitkurse mehr angeboten.“

Die Aussage, dass der Gemeinderat an seiner Sitzung vom Montag, 4. Dezember 2017 entschieden hat, dass die Freizeitkurse nicht mehr angeboten werden, ist schlicht eine Falschaussage: Die SP wollte ihrerseits mit einem Antrag an der besagten Gemeinderatssitzung, dass die von der Primarschule gestrichenen Freizeitkurse und somit den Betrag von jährlich wiederkehrenden Ausgaben von CHF 35’000 wieder ins Budget aufgenommen werden sollen. Dies wurde durch den Rat mit einer grossen Mehrheit abgelehnt.

Dies ist wieder mal ein Beispiel, wie die Leitung der Primarschule die Wahrheiten immer wieder verdreht und auf andere zeigt mit erhobenem Finger, nur damit sie selbst in einem guten Licht dastehen. Diese „alternativen Fakten“ reihen sich an eine Serie solcher Anschuldigen entweder gegenüber dem Stadtrat oder dem Gemeinderat – immer wieder sind die „anderen“ schuld an der Misere bei der Primarschule.

Richtig ist jedoch die Aussage der Primarschule, dass es nicht ihre Aufgabe ist solche Freizeitkurse anzubieten. Die Auslagerung der Sportkurse ist bereits passiert und wird durch das Sportamt durchgeführt. Das Anbieten der Freizeitkurse durch die Primarschule ist ersatzlos gestrichen worden. Bisher haben ca. 350 Kinder pro Jahr von diesem Angebot profitiert und wenn die Nachfrage auch so hoch bleiben sollte, da stellt sich die Frage, ob dies nicht von einem privaten Verein organisiert werden kann?

Der Verein „Ferien Plausch Bezirk Uster“ zeigt erfolgreich auf, wie ein privat gestaltetes Angebot aussehen kann. Die Freizeitkurse könnten so aus einer privaten Initiative heraus angeboten werden mit Unterstützung der Stadt Uster und anderen Sponsoren. Da wird die Subventionierung der Kurse (heute CHF 100 pro Kind und Jahr) sicher auch machbar sein, um dies auch einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.

Es ist immer einfach sofort nach dem Staat zu rufen, aber unsere Gesellschaft basiert auch auf Eigeninitiative und Gemeinsinn, so wie dies viele erfolgreiche Beispiele aufzeigen auf: wo ein Wille ist, ist auch Weg.

Anstatt “alternative Fakten” zu verbreiten, sollte nach alternativen Lösungen gesucht werden!